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Aus Print mach mehr - iz3w on Air! So die Devise der Zeitschriften-Redaktion des Informationszentrum 3. Welt in Freiburg (iz3w). Mit dem südnordfunk sendet das iz3w seit Juni 2014 eine monatliche Magazinsendung bei Radio Dreyeckland in Freiburg. Mit ausgewählten Inhalten und Debatten und Stimmen aus dem globalen Süden. Jetzt auch auf Radio free FM. Siehe auch Radio Dreyeckland - südnordfunk

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# 92 Lithiumabbau in Bolivien – Fat Phobia und Rassismus

Bolivien: In Salzseen largert Lithium, begehrter Rohstoff für Elektroautos. Doch Anwohner*innen haben ausländische Unternehmen mehrmals des Landes verwiesen. Außerdem: Die Soziologin Sabina Strings spricht darüber, wie Fat Phobia mit Rassismus und Kapitalismus zusammenhängt.

 Heißer Scheiß – Ep #6

Lithiumbatterien aus Bolivien – nicht um jeden Preis

Mehr als eine Million Elektroautos fahren inzwischen auf den deutschen Straßen. Die Batterien der Elektroautos beinhalten große Mengen an Lithium – ein Rohstoff, der großteils aus Salzseen in Südamerika gefördert wird. Die weltweit größten Lithiumvorkommen lagern in Bolivien. Angesichts der boomenden E-Mobilität warten viele Bolivianer*innen ungeduldig auf den Einstieg Boliviens ins Lithiumgeschäft – in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Jedoch nicht zu jedem Preis. Schon zweimal wollten ausländische Lithium-Unternehmen am Salzsee von Uyuni Fuß fassen – doch die Menschen dort haben sie durch Proteste des Landes verwiesen. Mit drei Expert*innen sprechen wir darüber, wie es dazu kam, was die Lithiumförderung mit dem Grundwasser zu tun hat und wie eine umweltgerechte Energiewende aussähe: mit der Menschenrechtsaktivistin Vivian Lagrava Flores, dem Ökonomen Carlos Arze und dem Geologen Malte Drobe.

War das was? – Ep #6

Warum Dickenfeindlichkeit auch rassistische Ursprünge hat

„Ich kann nicht eines Morgens aufwachen und nicht Schwarz sein. Ich kann nicht eines Morgens aufwachen und keine Frau sein. Ich kann nicht eines Morgens aufwachen und nicht fett sein.“  – Dieser Satz stammt von Lizzo, einer der angesagtesten US-amerikanischen Musikerinnen der letzten Jahre. Sie macht sich stark für Bodypositivity, also einen selbstbewussten und selbstliebenden Umgang mit dem eigenen Körper, besonders für Schwarze Frauen, die nicht dem Schlankheitsideal entsprechen.

Doch was sind die Wurzeln dieses Ideals und warum sind Schwarze Frauen in besonderem Maße davon betroffen? Dieser Frage versuchen wir zusammen mit der Soziologin Sabrina Strings (Foto) von der University of California, Irvine, nachzugehen. In ihrem 2019 erschienenen Buch „Fearing the Black Body: The Racial Origins of Fat Phobia“ (NYU Press) geht es nämlich genau darum: um den Zusammenhang von Rassismus, Dickenfeindlichkeit, Kapitalismus und Kolonialismus.

südnordfunk vom 04.01.2022 auf Radio Dreyeckland

(Quelle: # 92 Lithiumabbau in Bolivien – Fat Phobia und Rassismus — iz3w - informationszentrum 3. welt)

# 90 Klimaschutz erstreiten

Heißer Scheiß – Episode # 4

Stimmen gegen Öl in Uganda

Fossile Brennstoffe sind in Zeiten der Klimakrise eigentlich out. Doch in Ostafrika plant das französische Unternehmen Total den Bau einer 1445 Kilometer langen Öl-Pipeline, von Ost-Uganda bis zur Pazifikküste in Tansania. Dickens Kamugisha von der ugandischen Organisation AFIEGO ist einer von vielen, die sich gegen das Vorhaben wehren.

In der 4. Episode unseres Podcast Heißer Scheiß – Klimapolitische Debatten & Bewegungen erzählt er uns, warum TotalEnergies SE das zerstörerische Projekt gerade in Uganda plant, wie Klimaschutz und Menschenrechte zusammenhängen, welche Rolle dabei Banken spielen, und warum Klimaaktivist:innen gemeinsam ihre Stimmen erheben sollen.

Mehr als nur ein Zug - der Tren „Maya“ Made in Germany

Nationaler Kongress der Indigenen zu Gast in Freiburg

Im August dieses Jahres erschien die Recherche Tren „Maya“ Made in Germany – Die Deutsche Bahn und der Zug der Zerstörung. Der Bericht thematisiert die Beteiligung deutscher Unternehmen am gleichnamigen Infrastrukturprojekt im Süden Mexikos. Auf über 1.500 Kilometern soll die neue Strecke fünf Bundesstaaten verbinden. Auch deutsches Kapital und deutsche Unternehmen sind in die Planung und den Bau involviert.

Der Congreso Nacional Indígena (Nationaler Kongress der Indigenen) leistet Widerstand gegen das Megaprojekt. Beklagt wird die Zerstörung der Regenwälder Südmexikos, die Missachtung der Rechte der indigenen Bevölkerung, Landnahme- und Vertreibung sowie eine zusätzliche Militarisierung der Region. Der südnordfunk und Radio Dreyeckland sprachen in mit Vertreter*innen des Congreso Nacional Indígena anlässlich ihres Besuchs in Freiburg.

südnordfunk vom 01.11.2021 auf Radio Dreyeckland 

(Quelle: # 90 Klimaschutz erstreiten — iz3w - informationszentrum 3. welt)

# 89 Rap als Revolution, Zementindustrie in Togo

Der Musiker Général Valséro: Vom kamerunischen Gefängnis ins Zénith in Paris

Das ursprünglich für den 22. Mai 2021 geplante Konzert des kamerunischen Rappers Valséro fand am 18. September 2021 auf der Bühne des Zenith in Paris statt. Mehr als ein Konzert war es eine kamerunische Revolution oder wie es den Künstler und seine Fans genannt haben: ein Konzert für die Freiheit. Mit dem Titel, "Les loups sont de sortie" - die Wölfe sind unterwegs - versprach das Konzert, zahlreiche kamerunische und afrikanische Persönlichkeiten zu versammeln, die sich für eine politische Transition und eine neue Regierung im Land einsetzen.

Podiumsdiskussion:  Kalk, Ton und Mondlandschaften

Die Zementproduktion ist für acht Prozent der jährlichen CO2-Emissionen verantwortlich. Um den begehrten Baustoff herzustellen, wird Kalk, Ton und Energie in großen Mengen benötigt. Ganze Landstriche werden durch den Kalkabbau zu Mondlandschaften. Wie im westafrikanischen Togo: Wo es in ihrer Kindheit noch grün war, fressen sich jetzt riesige Zementwerke in die Landschaft, erzählt die togolesische Journalistin Rouby Traoré. Auf der Podiumsdiskussion des südnordfunks im Colombipark sprach sie mit der Heidelberger Klimagerechtigkeitsaktivistin Yulika Tsuda über die ausbeuterischen Praktiken von HeidelbergCement und darüber, was diese mit kolonialen Kontinuitäten zu haben.

südnordfunk vom 01.10.2021 auf Radio Dreyeckland

(Quelle: # 89 Rap als Revolution, Zementindustrie in Togo — iz3w - informationszentrum 3. welt)

# 88 Sand, Kalk und koloniale Kontinuitäten - Die Klimakrise in Togo und Madagaskar

Heißer Scheiß #2 Zement und Demokratie in Togo

Die Bauindustrie boom weltweit, die Nachfrage nach Zement und damit nach Kalkstein wächst. Ein gutes Business für den deutschen Konzern HeidelbergCement und Togos autoritäres Regime – und ein schlechter Deal für die Bewohner*innen der togolesischen Stadt Tabligbo und das Klima. Denn bei der Produktion von Zement werden jährlich viermal so viele Treibhausgase ausgestoßen, wie der weltweite Flugverkehr produziert.

Der Kalkabbau verschlingt außerdem große Flächen rund um Tabligbo. Dafür sollten die Bewohner*innen eigentlich Entschädigungen bekommen. Doch die zahlt HeidelbergCement nicht so wie angekündigt. Was das mit dem autoritären Regime in Togo zu tun hat, erzählt der togolesische Demokratie- und Klimaaktivist Pierre K. in der zweiten Folge unseres Klimapodcasts Heißer Scheiß - Klimapolitische Debatten und Bewegungen.

Heißer Scheiß #3 Drei Jahre kein Tropfen Regen

Im Süden Madagaskars hat es in manchen Regionen seit drei Jahren nicht mehr geregnet. Die Menschen essen Kaktusfrüchte oder kochen Leder, um sich irgendwie den Bauch zu füllen. Die schlimme Hungerkatastrophe, von der 1,14 Millionen Menschen betroffen sind, hätte verhindert werden können, sagt der Klimaaktivist Haja Randrianomenjanahary - Wenn die Regierung rechtzeitig gehandelt hätte und der globale Norden sich für die strukturellen Ursachen der ökologischen Krise in Madagaskar interessieren würde.

In Folge 3 von Heißer Scheiß erklärt Haja Randrianomenjanahary, warum er Madagaskar nicht weiter bei den UN-Klimaverhandlungen vertreten möchte, sondern lieber als Aktivist für Klimagerechtigkeit in Madagaskar kämpft.

südnordfunk vom 01.09.2021 auf Radio Dreyeckland

(Quelle: # 88 Sand, Kalk und koloniale Kontinuitäten - Die Klimakrise in Togo und Madagaskar — iz3w - informationszentrum 3. welt)

# 87 Heißer Scheiß – Klimagerechtigkeit und Feminismus

Heißer Scheiß - Feministisch gegen Klimakrise

Für Patricia Wattimena gehören Feminismus und Klimagerechtigkeit zusammen. Als indigene Frau* von der Insel Haruku in Indonesien weiß sie aus eigener Erfahrung, welche katastrophalen Folgen die Klimakrise hat. Ihr eigenes Dorf wurde durch den steigenden Meeresspiegel zerstört. Solche Katastrophen treffen besonders Frauen - denn meistens sind sie es, die sich um Landwirtschaft und die Gemeinschaft kümmern. Mit ihrer Arbeit für die feminstische Organisation Asia Pacific Forum on Women Law and Development möchte Patricia Wattimena Frauen* empowern, die sich in Graswurzelbewegungen für Klimagerechtigkeit einsetzen. In der ersten Episode der südnordfunk Podcastserie Heißer Scheiß - Klimapolitische Debatten und Bewegungen spricht Eva mit Patricia über falsche Lösungen in der Klimakrise und feministische Alternativen.

Teilen macht reich - Kann man Landrechte teilen?

Bis zu 2,5 Milliarden Menschen sind von indigenem und gemeinschaftlichem Land abhängig, das die Hälfte der Landfläche dem Planeten ausmacht; nur ein Fünftel gehört ihnen rechtlich. Private Landrechte, staatlich erteilte Konzessionen oder falsche Versprechen von Investoren begünstigen vielerorts Landnahmen, die Begehrlichkeiten der Agrorohstoffindustrie wachsen. Und auch mit dem Klimawandel steigt der Druck auf die knapper werdende Ressource Land. Es kommt zu Enteignung von Gemeinschaften, Vertreibung und Umweltzerstörung, vor allem im globalen Süden. Kommunale Landbewirtschaftung und gemeinschaftliche Landrechte gewinnen hingegen an Bedeutung. Doch kann man Land teilen? In dieser Episode spricht der südnordfunk mit der brasilianischen Journalistin Romy Sato über das Land Portal: eine Initiative, die sich weltweit dafür einsetzt, den Zugang zu Land für Gemeinden und Menschen zu sichern, die mit der Gefahr leben, landlos zu werden.

südnordfunk vom 01.08.2021 auf Radio Dreyeckland

(Quelle: # 87 Heißer Scheiß – Klimagerechtigkeit und Feminismus — iz3w - informationszentrum 3. welt

# 86 Commons: Medizinisches Wissen in Kolumbien - Land in Südafrika

Indigene Medizin - geteilt oder ausgebeutet?

Indigene Völker wie die Muisca in Kolumbien verfügen über reiches medizinisches Wissen, basierend auf einer genauen Kenntnis der Natur. Dieses Wissen wird häufig kollektiv verwaltet und mündlich weitergegeben, wie Jhon Orobajo von den Muisca erzählt.
Global greifen auch Wissenschaft und Pharma-Industrie auf dieses Wissen zu. Sie nutzen die gemeinschaftliche Struktur des Wissens aus und beanspruchen die geistigen Eigentumsrechte daran beanspruchen für sich selbst. Mit dem Rechtsexperten Ikechi Mgbeoji sprechen wir über die Gründe, warum das Patentrecht indigenes Wissen benachteiligt, und warum es heuchlerisch ist, nur bestimmtes Wissen zum Gemeingut zu erklären.

Commonage - Gemeindeland in Südafrika

Mit dem Ende der Apartheid wurde in Südafrika zuvor konfisziertes Land an lokale Autoritäten zurückgegeben. Ein Commonage Programm sollte der verarmten Bevölkerung eine Existenz bieten. In der Provinz Kwa Zulu Natal wandelten lokale und auf Gewohnheitsrechten basierende Landverwaltungen diese Commons kurzerhand in Pachtland um. Wer nicht zahlen kann, geht leer aus oder macht Schulden. Siyabu Manona, Landrechtsexperte für das Südliche Afrika und Berater bei Phuhlisani, vermisst in dem Postapartheidstaat den politischen Willen, die Gewohnheitsrechte für kommunales Land zu sichern und verlässlich zu regeln.

südnordfunk vom 06.07.2021 auf Radio Dreyeckland

(Quelle: # 86 Commons: Medizinisches Wissen in Kolumbien - Land in Südafrika — iz3w - informationszentrum 3. welt)

# 85 War da was? - Postkoloniale Spurensuche und rassistische Narrative heute

Institutionalisierter Rassismus

Rassismus hat viele Formen, und einige davon sind für nicht Betroffene oftmals gar nicht sichtbar. Egal ob bei der politischen Beteiligung, bei der Wohnungssuche, auf dem Arbeitsmarkt oder im Bildungssystem, in der Wissenschaft oder im Kontakt mit der Polizei: Schwarze, Indigene und People of Color machen im Umgang mit Institutionen Diskriminierungserfahrungen.

Mit der Prozessbegleiterin zum Thema diskriminierungssensibler Organisation und Entwicklung Nicole Amoussou gehen wir den Fragen nach, was institutioneller Rassismus ist, woher er kommt, welche Auswirkungen er hat und was wir dagegen tun können. 

Rassistische Polizeigewalt

Wenn sich in Deutschland die Polizei rassistisch verhält, sieht man darin eine von der Norm abweichende Verhaltensweise von Individuen. Es wird nicht von einem strukturellen oder systematischen Rassismusproblem der Institution gesprochen. Und dennoch gibt es dieses. Im Interview erklärt die Aktivistin Sulaika Lindemann von der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt anhand konkreter Beispiele, was rassistisch motivierte Polizeigewalt ist und warum diese nur am Rande anerkannt wird. 

Songanalyse: "Everyday Scenes"

Eine Songanalyse von Nas Mellow aus Stuttgart, der zusammen mit seinem Kollegen Quintin Copper im April das Album „April Dreams“ veröffentlicht hat. In dem Song „Everyday Scenes“ behandelt Nas vor allem Alltagsrassismus und seine Schwarze Identität.

südnordfunk vom 01.06.2021 auf Radio Dreyeckland

(Quelle: # 85 War da was? - Postkoloniale Spurensuche und rassistische Narrative heute — iz3w - informationszentrum 3. welt

 

# 84 Commoning: Macht teilen reich?

Wer versteht was unter Vergemeinschaftung, Caring und Sharing, Teilen und Open Access? Kann das Leben durch Commoning vom Kapitalismus entkoppelt werden? Taugt Commoning als politischer Kampfbegriff? Ist Commoning im Kern emanzipatorisch? Und was hat das alles mit Solidarität zu tun?

Die weltweite Konkurrenzgesellschaft hat die private Aneignung von öffentlichen Gütern zum integralen Bestandteil fast jeden Wirtschaftens werden lassen. Im globalen Süden sind Verteilungskämpfe etwa um Land sehr oft ein Aufbegehren gegen bedrückende wirtschaftliche Not, sie verdienen allein deshalb große Aufmerksamkeit. Dort wie hier artikuliert sich in ihnen auch, welches Modell des Zusammenlebens gewünscht wird.

In Episode 1 des Podcasts gibt es ein Gespräch mit Silke Helfrich, Mitgründerin des  Commons Institut e.V., über Commoning und Commons.

  • Was sind zentrale Elemente des Denkens und Handelns?
  • Was bedeutet Commoning "von den Rändern her"?
  • Lassen sich mit lokalen Initiativen globale Probleme anpacken?

In Episode 2 des Podcasts schaut Jill Blau von der  Hochschule Friedensau im Gespräch mit dem südnordfunk aus einer machtkritischen und feministischen Perspektive auf Commoning.

  • Wie schaut man durch eine feministische Linse auf Commoning?
  • Welche Relevanz hat das Kümmern, Care und Fürsorge beim Commoning?
  • Wie ist die  Wanderweidewirtschaft in Äthiopien und im Allgäu als traditionelle Formen des Commonings aus feministischer Perspektive zu bewerten?
  • Was ist der emanzipatorische Kern des Commoning, wo liegen die Stolpersteine?

südnorfunk vom 03.05.2021 auf Radio Dreyeckland (Quelle: https://www.iz3w.org/projekte/suednordfunk/84-commoning-macht-teilen-reich)

#83 War da was? Der südnordfunk auf postkolonialer Spurensuche

Denk mal nach statt Denkmal setzen: Vor dem Anatomie-Gebäude der Uni Freiburg steht jetzt ein leerer Sockel. Seit 1890 bis vor kurzem stand darauf die Büste des Anatomen und Anthropologen Alexander Ecker. Im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung wurde die Büste mit Farbe bespritzt und infolgedessen vom Sockel abmontiert, um gereinigt zu werden. Was jetzt weiter mit dem Denkmal passieren wird, ist noch nicht entschieden. Julia Rensing und Heiko Wegmann aus dem Forschungs- und Bildungsprojekt Freiburg postkolonial.de fragen sich, wofür das Denkmal heute steht und wie ein angemessener dekolonisierender Umgang mit ihr aussehen könnte. Von Adèle Cailleteau.

Koloniale Denkmäler dekonstruieren - aber wie? Der Name Witzenhausen sagt wohl den wenigsten Menschen was. Es handelt sich um eine Kleinstadt in Nordhessen mit rund 15.000 Einwohner*innen. Eine typische nordhessische Landstadt mit hohem Anteil an protestantischen Bürger*innen. Witzenhausen hat auch eine Zweigstelle der Universität Kassel, wo Ökologische Agrarwissenschaft gelehrt wird. Die Unigebäude waren ursprünglich einmal die deutsche Kolonialschule für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, 1898 gegründet von Ernst Albert Fabarius. Vor dem Uni Gebäude steht eine Büste von Fabarius und in Witzenhausen ist gar eine Straße nach ihm benannt. Dagegen gibt es schon seit vielen Jahren immer mal wieder Protest, zuletzt ausgehend von einem Seminar zum Thema Erinnerungskultur, geleitet von der Historikerin Birgit Metzger. Was ist das Problematische an der Person Fabarius und was sind umgekehrt die Forderungen? Von Eva Gutensohn.

Decolonize your mind: Zwei südnordfunk-Moderator*innen denken laut nach: Die Podcast-Episoden zu den Büsten von Alexander Ecker und Ernst Albert Fabarius werfen unweigerlich die Frage auf, ob und wie Wissenschaft dekolonisiert werden kann. Und kann ein eurozentrischer Wissenschaftsbetrieb den Prozess der Dekolonisierung aus sich heraus führen? Wie kann eine auf einem Auge blinde Wissenschaft sozusagen sehen, was sie bisher nicht sieht?

südnordfunk vom 07. April auf Radio Dreyeckland (Quelle: https://www.iz3w.org/projekte/suednordfunk/83-war-da-was-postkoloniale-spurensuche-und-rassistische-narrative-heute)

#82 Strahlende Zukunft - Kernenergie in der Welt

Zehn Jahre ist es her, das große Erdbeben in Ostjapan am 11. März 2011, das durch einen gewaltigen Tsunami die Atomkatastrophe in Fukushima Daiichi an der Pazifikküste auslöste. In ganz Japan wurden die Atomkraftwerke abgestellt. Ein gutes Jahr später demonstrierten Zehntausende in Japan gegen ihre Wiederinbetriebnahme. Was ist aus der Bewegung geworden? Und welche Risiken bleiben für die Bevölkerung in Fukushima? 

Seit Jahrzehnten versucht die australische Regierung, einen geeigneten Ort für ein Atommülllager zu finden. Doch sie machen ihre Rechnung ohne die Aboriginals, die sich ihnen immer wieder in den Weg stellen. So auch das Volk der Barngarla, die gegen die Nominierung ihrer Region im Jahr 2020 Widerstand leisten. Wir sprechen mit Jason Bilney, dem Vorsitzenden der Barngarla Determination Aboriginal Corporation, und mit Jim Green von Friends of the Earth Australia über den aktuellen Konflikt und die Geschichte von Atom und indigenen Rechten in Australien. 

Fast die Hälfte der Reaktoren von Atomkraftwerken befinden sich derzeit in Europa. Das Uran, dank welchem sie laufen können, kommt aber nicht aus Europa. Unter den größten Uranbergbauländer befinden sich mehrere Länder aus dem Globalen Süden, die selbst keine AKW betreiben. Es ist zum Beispiel der Fall von Niger in Westafrika. Das Land betrug 2015 über 7 Prozent der weltweiten Uranförderung. Die Stadt von Arlit – auch „zweites Paris“ genannt – wurde um eine Uranmine herum gebaut. Das Uran wird exportiert Dort werden die Arbeitenden und die Bevölkerung Radioaktivität ausgesetzt. Deshalb hat Almoustapha Alhacen die NGO Aghirin‘man gegründet. Der südnordfunk hat mit ihm so wie mit Bruno Chareyron gesprochen. Der französische Wissenschaftler bei der unabhängigen Organisation Criirad hat die NGO Aghiri‘man Kenntnisse über die Radioaktivität vermittelt.

 

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Donnerstags 18.00 – 19.00 Uhr 4wöchig, nächste Sendung am 24.04.2025

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29. Nov. 2014

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